Webflow – Design und Entwicklung in einem Schritt

am 26 Sep 2017 in Tools & Bücher von
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Was ist Webflow?

Nur ein weiterer WYSIWYG HTML-Editor mit schlechter Usability und unübersichtlichem Code, oder ein Interessantes Programm, das Design und Entwicklung von Websites in einem Arbeitsschritt ermöglicht?

Webflow ähnelt im Prinzip dem Adobe Programm “Muse”, mit dem wir uns im ersten Semester des Onlinemedien-Studiums bereits beschäftigen durften. Mit Muse haben dabei viele von uns eher wenig gute Erfahrungen gemacht. Die Bedienbarkeit wirkt wenig intuitiv und es dauert lange, sich in dem Programm zurecht zu finden. Sind einem die Begrifflichkeiten von HTML und CSS bekannt, findet man sich in Webflow sehr schnell zurecht. Im Gegensatz zu Muse ist Webflow kein Programm, das eine Installation benötigt, sondern wird im Webbrowser ausgeführt. Die einfache und übersichtliche Benutzeroberfläche werde ich euch im Folgenden vorstellen.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass Webflow im Gegensatz zu Muse keinen “Spaghetti-Code” generiert, sondern sauberen, semantisch korrekten Code, mit dem man einfach weiterarbeiten kann. Außerdem bietet Webflow die Möglichkeit, Custom-Code einzubinden. Hiermit kann man beispielsweise verschiedene APIs direkt in den Code integrieren.

Abbildung: Exportierter Code aus Webflow (Quelle: https://webflow.com/designer)

 

Der größte Vorteil

Jeder der in einer Werbe- oder Webagentur arbeitet, kennt das Hin und Her zwischen der Design- und Entwicklungsabteilung. In dieser Arbeitsteilung wird das Design strikt in Programmen wie Photoshop oder Sketch erstellt und dann an die Entwickler weitergegeben. Dabei müssen die Designer ständig neue Mockups für Desktop-, Tablet- und Mobile-Auflösungen erstellen, nur, um von den Entwicklern zu hören, dass dies oder das nicht möglich sei. Kommen dann noch ständige Korrekturen von Kunden dazwischen, dauert dieser Prozess ermüdend lange. Oftmals entsteht dadurch Zeitdruck und am Ende sind Designer und Entwickler mit dem Ergebnis unzufrieden.

Dieser komplette Arbeitsschritt entfällt mit Webflow. Hier entsteht eine Kombination aus Designer und Entwickler, denn der Designer muss sich den Grenzen von HTML und CSS bewusst sein, sowie deren Syntax beherrschen. Der exportierte Code kann dann an die Entwickler übergeben werden, um ggf. in einem CMS wie Typo3 umgesetzt zu werden, oder direkt als statische Webseite online gehen.

 

Der “Designer”

Der Designer ist der Teil des Programms, in dem wir die Webseite erstellen. Dieser ist in vier Bereiche aufgeteilt: Navigationsleisten am linken und oberen Bildschirmrand, die sogenannten “Panels” am rechten Bildschirmrand und in der Mitte die Vorschau unserer Webseite, das sogenannte “Display”.

In der Top-Navigation befinden sich allgemeine Einstellungen, hier können z.B. SEO Maßnahmen getroffen werden, Domain-namen vergeben werden oder Schriftarten importiert werden. Außerdem befindet sich dort eine Möglichkeit zum Preview der Seite in verschiedenen Viewports. Mit dem Button “Export” lässt sich der von Webflow erstellte Code herunterladen. Mit dem Publish-Button kann man die Webseite auf einer Webflow-Subdomain hosten, um sie auch in anderen Browsern schnell testen zu können.

In der linken Navigation befindet sich die Funktion “Add Elements”. Hier lassen sich aus einer Liste bekannte HTML Elemente wie Tabellen, Buttons, Div-Blöcke usw. auf der Webseite platzieren. Außerdem sieht man hier alle Seiten bzw. Unterseiten, die man in einem Projekt erstellt hat mit jeweiligen Einstellungen.

Das interessanteste Panel ist wohl das Style-Panel, hier können sämtliche CSS Eigenschaften eines ausgewählten Elements geändert werden. Das heißt die Abstände, Position, Typografie, Effekte und Dimensionen etc. können mit einem Klick verändert werden und die Änderungen werden in Echtzeit im Display dargestellt. Will man zum Beispiel seine komplette Webseite blau färben, würden man das body-Element auswählen, und als Background color “blue” auswählen. Für die Elemente können hier auch Klassennamen vergeben werden, wie man es eben vom klassischen CSS-Coding kennt.

Abbildung: Benutzeroberfläche mit selektiertem Body-Element (Quelle: Screenshot selbst angefertigt)

Ich könnte euch jetzt noch weiter die Funktionsweise erklären, allerdings kann ich das unmöglich besser machen, als die zahlreichen Video-Tutorials von Webflow selbst. Diese findet Ihr hier: https://university.webflow.com/

Ihr könnt Webflow kostenlos ausprobieren, das ganze ist dabei begrenzt auf eine Webseite, deren Code ihr nicht exportieren könnt. Ihr könnt die Seite aber veröffentlichen und unter der Webflow subdomain ganz normal aufrufen und euch den Quelltext anzeigen lassen. Auf https://webflow.com/ könnt Ihr euch genauer über die Funktionsweise informieren, sowie über das integrierte Webflow CMS. Unter https://webflow.com/discover/popular findet Ihr einige Showcases, die zeigen, was mit Webflow so möglich ist.

Mir persönlich macht die Arbeit mit Webflow viel Spaß und geht schnell von der Hand. Mit den vielen Tutorials kann man schnell verschiedene Designs nachbauen und lernt dabei auch etwas für die klassische Arbeit mit HTML und CSS. Die klassische Arbeitsweise sollte einem schon einigermaßen vertraut sein, erst dann kann man das volle Potential von Webflow nutzen. Am besten finde ich, dass das ständige Hin- und Her-Switchen zwischen HTML-Editor, Browser und Entwicklerwerkzeugen wegfällt.

Quellen:

https://medium.com/@ryryjmo/why-i-ditched-sketch-for-webflow-45c8531d4b0 (21.09.17)

https://webflow.com/designer (21.09.17)

http://t3n.de/news/responsive-webdesign-intuitives-452281/ (21.09.17)

https://webflow.com/ (21.09.17)

 

Und die eigene Erfahrung mit Webflow 😉

Golem Network – globaler Supercomputer

am 24 Jul 2017 in Aktuelles, Tech von
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Mit dem “golem project” wollen die Entwickler des Golem Networks einen dezentralen, globalen, 100% Open Source und für jeden nutzbaren Supercomputer zur Verfügung stellen. Die Teilnehmer des Projekts können ihre Rechenleistung Peer-to-Peer vermieten, bezahlt wird dabei über Ethereum Smart Contracts, direkt, anonym und frei von Mittelmännern. Die Idee hinter Golem ist so alt wie das Internet selbst. Alle schließen ihre Computer zusammen und bilden so einen Supercomputer, für alle verfügbar, ohne Zwang und Grenzen. Dabei wird Rechenkapazität von sämtlichen Usern kombiniert, von normalen Laptops bis zum großen Rechenzentrum. Ist Golem die Chance Teil von etwas Großem zu werden, oder nur ein weiterer Pipedream, der niemals Realität wird?

Golem Logo

Golem Logo

Quelle: https://bitcoinblog.de/2016/11/11/heute-beginnt-der-golem-crowdsale/

 

Wie funktioniert Golem?

Golem ist ein p2p Netzwerk, es gibt also keinen zentralen Server und jeder User genießt die gleichen Rechte. Will man nun die Kapazität des Netzwerks nutzen, oder eigene Rechenpower bereitstellen, veröffentlicht man das im Netzwerk. Das Golem Transaktionssystem verbindet dann die Anbieter (Provider) und Abnehmer (Requestor), vergleicht dabei Preise, Reputationen und die Rechenleistung der Computer. Die zu berechnenden Dateien werden dann vom Requestor zum Provider gesendet. Nach der Berechnung sendet dann der Provider per App die Daten an den Requestor. Wenn das Ergebnis einen Verifikationsprozess besteht, wird der Provider entsprechend bezahlt. Sollte ein Teilnehmer versuchen zu betrügen, z.B. indem er defekte Dateien zurückschickt, oder nicht zahlt, verliert er Reputation und wird von Golem nicht mehr zur Berechnung ausgewählt.

Golem Funktionsweise

Funktionsweise von Golem

Quelle: https://blog.golemproject.net/why-ethereum-b398df34df9b

Warum dezentral?

Die Dezentralisierung erlaubt eine vollständige Skalierbarkeit ohne ein eigenes Netzwerk und eigene Server zu betreiben. Dadurch entfallen Wartungskosten und das Netzwerk wächst von selbst mit seinen Aufgaben. Außerdem werden Fehlerquellen eliminiert und das System ist resistent gegenüber Angriffen und Zensur.

 

Mögliche Geschäftsmodelle

Weltweit wird nur ein Bruchteil der verfügbaren Rechenleistung genutzt. Könnte jeder die Rechenzyklen seines Computers frei vermieten, würde die Rechenkapazität massiv ansteigen und jeder Computer würde für seinen Besitzer kleine Geldbeträge erwirtschaften.

Golem kann überall eingesetzt werden, wo viel Rechenkapazität benötigt wird. Das umfasst zum Beispiel die wissenschaftliche Forschung, machine learning, Kryptographie und Analyse von großen Datenmengen. Greifbarer für uns ist es, Smartphones beim Ausführen von mehreren Tasks, einen Webserver in Peak-Zeiten zu unterstützen.

Als proof of concept arbeitet das Golem Team an einem weiteren Aufgabenfeld, für das auch heute schon Serverfarmen zur Verfügung stehen: CGI Rendering. Das 3D-Grafikprogramm Blender dürfte vielen ein Begriff sein – hierfür haben die Golem Entwickler bereits eine Implementierung in der Golem App geschaffen. Zum Vergleich einer regulären Renderfarm mit Golem kann ich euch diesen Blogeintrag ans Herz legen: https://blog.golemproject.net/why-should-render-farms-be-afraid-of-golem-3dd1b9e70f47

In der Kurzfassung: Golem ist nicht nur minimal schneller als eine durchschnittliche Renderfarm, sondern auch signifikant günstiger.

Golem App

Golem App

Quelle: https://blog.golemproject.net/golem-for-macos-now-live-b48d5d4c0d46

Für den Erfolg von Golem ist es aber essentiell, dass andere Softwareentwickler eigene Ideen umsetzen und Applikationen für die Golem App entwickeln. Sobald verfügbar, werden die Application Registry und das Transaction Framework flexible und effiziente Werkzeuge zur Verfügung stellen, um eigene auf Golem laufende Software zu entwickeln und vermarkten.

 

Golem Network Token

Der Golem Network Token (GNT) ist eine Kryptowährung und dient zur Zahlung der Requestors an die Provider im Golem Netzwerk. Die Technologie dahinter Basiert auf Ethereum, einer weiteren Kryptowährung (http://onlinemedien.blog/2017/07/ethereum-alternative-zu-bitcoin/). Wer das rasante Wachstum von Ethereum verfolgt hat, wird das Potenzial, aber auch das Risiko hinter Golem und GNT erkennen. GNT kann ebenfalls als eigenständige Kryptowährung erstanden werden und ist im Vergleich zu Ethereum noch sehr erschwinglich. Für jemanden der vom Konzept von Golem überzeugt ist und generell Interesse am Thema Kryptowährungen hat, kann der Kauf von GNT ein spannendes Investment sein. Ethereum oder Bitcoin kann auf verschiedenen Plattformen einfach in GNT umgewandelt werden. Ungeduldig sollte man bei dem Investment allerdings nicht sein, da die Technologie noch in den Kinderschuhen steckt und der Erfolg noch ungewiss ist.

 

Fazit

Die Idee hinter Golem ist meiner Meinung nach sehr interessant und praxisrelevant. Genauso wie ich glaube, dass Kryptowährungen die Zahlungsmittel der Zukunft sind, so glaube ich, dass Rechenintensive Anwendungen bald nicht mehr von einzelnen Computern im Wohnzimmer ausgeführt werden, sondern von einem Netzwerk wie Golem. Die Dezentralität und Anonymität sind dabei weitere Vorteile, die uns unabhängig machen von Monopolen und Lobbyismus. Das Thema  und die Technologie dahinter sind sehr komplex und ich hoffe, ich konnte euch eine kleine Übersicht bieten. Wer mehr erfahren will, startet am besten auf https://golem.network/.

Quellen:

https://blog.golemproject.net/why-ethereum-b398df34df9b
https://blog.golemproject.net/golem-building-the-worlds-most-powerful-supercomputer-on-blockchain-4ccb44c328a
https://golem.network/doc/Golemwhitepaper.pdf
https://github.com/golemfactory/golem/wiki/FAQ
Heute beginnt der Golem Crowdsale
https://golem.network/

Ethereum – Alternative zu Bitcoin?

am 19 Jul 2017 in Aktuelles, Tech von
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Bitcoin hat mittlerweile fast jeder schon einmal gehört, besonders jungen, technikinteressierten Menschen sollte der Begriff Kryptowährung bekannt sein. Doch welche Alternativen gibt es zu Bitcoin? Seit Anfang des Jahres ist der Marktanteil von Bitcoin, von im Januar 90%, auf rund 50% gefallen. Hauptsächlich dafür verantwortlich ist dafür der rasante Aufstieg von Ethereum. Ich möchte euch in diesem Blogeintrag die Grundlagen und ein paar Unterschiede von Ethereum zu Bitcoin vorstellen.

Ethereum Logo

Ethereum Logo

Quelle: https://www.ethereum.org/assets

 

Der Ether(ETH), die Währung der Ethereum-Blockchain, hat sich mittlerweile als die zweitbeliebteste und auch zweitwertvollste Kryptowährung etabliert. Der Erfolg lässt sich einerseits durch die zugrundeliegende Technologie und die wachsende Unterstützung durch große Konzerne erklären, andererseits ist gerade in jüngster Zeit ein großer Hype ausgebrochen und es wollen möglichst viele auf den fahrenden Zug aufspringen. Nachdem ich selbst vor einigen Jahren Bitcoin minen wollte, aber schließlich zu faul war mich in die grundlegende Technologie einzulesen (was man bei einem Preis von über 2000€ pro Bitcoin bereut), habe ich auch relativ spät von Ethereum erfahren. Das war im März 2017, als der Wert von 1ETH ca. 75€ betrug. Mittlerweile steht 1ETH bei guten 300€, nachdem es auch die 400€-Marke bereits einmal überschritten hatte.

 

Ethereum Wachstum

Wachstum von Ethereum

Quelle: https://www.coinbase.com/charts (Screenshot am 19.06.17)

 

Die Blockchain von Ethereum

Bei Ethereum handelt es sich nicht nur um eine digitale Währung, sondern auch um eine Plattform für verteilte Apps. Diese Apps werden Dapps (distributed Apps) genannt und setzen auf sogenannte Smart Contracts.

Smart Contracts sind Computerprotokolle, die Verträge abbilden, überprüfen, oder die Verhandlung oder Abwicklung eines Vertrags technisch unterstützen. Die Kryptowährung Ether gilt dabei als Zahlungsmittel für Rechenleistung. Ein Beispiel für eine dieser Dapps ist „Golem“ (http://onlinemedien.blog/2017/07/golem-network-globaler-supercomputer), ein Projekt, das einen weltweiten Supercomputer erschaffen will. Die Dapps sind dabei alle dezentral und Open Source. Die Blockchain von Ethereum unterscheidet sich in vielen weiteren Aspekten, z.B. der benötigten Zeit, um einen Block zu verarbeiten. Die durchschnittliche Blocktime beträgt bei Bitcoin ca. 10 Minuten, bei Ethereum rund 12 Sekunden. Ethereum bietet außerdem weit mehr Möglichkeiten, als Bitcoin, weshalb auch immer mehr Unternehmen an der Technologie interessiert sind.

 

Ethereum Enterprise Alliance

Die Ethereum Enterprise Alliance ist ein Zusammenschluss aus zahlreichen Unternehmen, die Interesse an der Technologie von Ethereum haben. Zu den Befürwortern und Unterstützern zählen unter anderen BP, ING, Intel, J.P. Morgan, Microsoft, Samsung SDS und das Toyota Research Institute.

Ethereum Allicance

Ethereum Allicance

Quelle: https://medium.com/@SingularDTV/the-possibilities-and-the-enterprise-ethereum-alliance-3a11693399d2

Dieser Zusammenschluss von Namenhaften Unternehmen weckt natürlich Aufmerksamkeit und zeigt das Potenzial der Idee hinter Ethereum und Dapps.

 

Fazit

Ethereum ist weniger eine Währung, als ein Treibstoff für Smart Contracts. Das Konzept hinter ETH und den Dapps ist sehr vielversprechend, ob sich die Technologie jemals etabliert – und ob das auf der Basis von ETH sein wird, steht auf einem anderen Blatt.  Durch den Hype wurde ein sehr unnatürliches Wachstum erzielt, das eine Spekulationsblase erzeugt hat, die möglicherweise bald platzt. Die Zukunft wird zeigen in welche Richtung sich Ethereum entwickelt, ist es die Technologie des Web 3.0, oder ein gehypter Rohrkrepierer? Jedenfalls ist es spannend daran beteiligt zu sein und die Entwicklung zu verfolgen. Wenn jemand ETH kaufen will, dann bitte nur mit Geld, das ihr bereit seid zu verlieren 😉

 

Quellen:

https://www.btc-echo.de/was-ist-ethereum-ether/

http://t3n.de/news/2400-prozent-plus-ethereum-bitcoin-invest-825537/

https://www.ethereum.org/

https://www.wallstreet-online.de/nachricht/9677477-kryptowaehrung-ethereum-echte-konkurrenz-bitcoin