„JUST DO IT“ – Interview mit einem Gründer

am 28 Sep 2017 in Firmenvorstellung von
Bisher unkommentiert »

Infos zur Person: Thomas Kekeisen gründete mit 21 Jahren die Firma Socialbit, zu deren Kunden BMW, Mercedes-Benz, HSM und Lillet gehörten. In Folge zu schnellen Wachstums des Unternehmens, musste Socialbit Ende 2016 Insolvenz anmelden. Thomas Kekeisen ist jedoch schon seit diesem Jahr wieder geschäftsführender Gesellschafter seiner neuen Firma: Lulububu Apps.

 

Onlinemedien Studieren: Hallo Thomas. Danke, dass du dir die Zeit für dieses kurze Interview nimmst. Du hast ja relativ früh den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Wieso hast du dich damals dazu entschieden Socialbit zu gründen?

Thomas Kekeisen: Ich habe schon mit 16 ein eigenes Browserspiel entwickelt und über meine Mutter laufen lassen. Als mich dann die täglich zweistündige Fahrt zu meiner Ausbildung nach einem Jahr zu sehr genervt hat, habe ich nach Alternativen gesucht. Letztlich habe ich die Firma dann aber zusammen mit einer wildfremden Person und vor allem nach einem nur etwa dreistündigen Treffen gegründet.

Bist du bei der Gründung von Socialbit auf Schwierigkeiten gestoßen?

Nicht wirklich. Ich hatte das Glück, dass Adrian – mein Mitgründer – schon mehrere Firmen hatte und mir mit Rat und Tat zur Seite stand. Die für mich größte Schwierigkeit war darum eigentlich die Einarbeitung in die Materie der iPhone-App-Entwicklung. Ich habe diese Aufgabe zwei Mal geschmissen bevor ich sie beim dritten Versuch gemeistert habe.

Was sollte man auf jeden Fall beachten bei der Gründung eines Unternehmens?

Ich würde sagen man sollte sich über die Verantwortung sowie auch der Tatsache, dass der Erfolg und Misserfolg komplett vom eigenen Tun – und auch Lassen – abhängt. Wer eine Firma gründet und nicht zu 1000% dahinter steht, sollte es lieber lassen. Außerdem sollte man alle internen und externen Absprachen und Abkommen stets schriftlich festhalten – auch wenn man mit den besten Freunden gründet. Im Ernstfall – und dieser wird kommen – eskalieren Streitigkeiten nicht oder können außergerichtlich geschlichtet werden.

Du hast nun dieses Jahr deine zweite Firma gegründet. Gab es irgendetwas, dass du diesmal anders gemacht hast oder planst anders zu machen?

Mein Fokus ist dieses Mal eher, viel Zeit für meine Freunde und meine Familie zu haben. Die letzten acht Jahre bei Socialbit waren schön und auch lehrreich – aber so habe ich auch gelernt, dass viel Arbeit und viel Geld nicht automatisch auch glücklicher macht. Jetzt backe ich kleinere Brötchen, sage einem Kunden auch mal ab wenn mir seine Idee nicht gefällt und genieße etwas mehr die Freiheit, mehr Zeit in meine eigenen Ideen stecken zu können.

Neben deiner beruflichen Tätigkeit, engagierst du dich auch für den Toolbox Bodensee e.V. Würdest du kurz erklären was es mit diesem Verein auf sich hat?

Der Toolbox Bodensee e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Satzungsziel, vor allem Jugendlichen den Zugang zu der Welt der IT- und Elektrotechnik zu erleichtern. Wir stellen kostenlosen Zugang zu teurer Hardware wie 3D-Druckern und vermitteln in regelmäßigen Vorträgen und Workshops Wissen in allen Bereichen, die früher unter die Kategorie “neue Medien” gefallen sind. Davon abgesehen sind wir aber auch ein Haufen abgedrehter Bastler die mit der Toolbox einen Raum für Hobby und Treffen gefunden haben – quasi ein Fußballverein für Nerds.

Vielen Dank. Zum Abschluss noch die obligatorische Frage an dieser Stelle: Welchen Rat würdest du jemandem mit auf den Weg geben, der plant sich selbstständig zu machen?

Just do it! Die größten Erfolge haben wir durch “machen” und nicht durch “lange überlegen” erreicht. Manchmal ist es einfach gut, früh zu scheitern und das nächste Projekt anzugehen, als sich zu lange mit der Planung zu beschäftigen.

Beispiel: Wir waren mit der Toolbox anfangs in einem viel zu teuren Raum, den wir uns gar nicht oder gerade so leisten konnten. Letztlich haben wir sogar über drei Monate die Miete nicht bezahlen können. Aber wir konnten potenzielle Geldgeber und Sponsoren in unsere Räumlichkeiten einladen und so von unserer Idee überzeugen. Mit Präsentationen hatten wir das zuvor nicht geschafft. Mittlerweile haben wir so viele Unterstützer und Sponsoren, dass wir sogar problemlos ab und an in neue Hardware und den Ausbau unseres Angebotes investieren können.

 

Links zum Artikel:

Website von Lulububu Apps: https://lulububu.de/de/

Website des Toolbox Bodensee e.V.: http://toolbox-bodensee.de/