Die gesamte letzte Woche, die eigentlich noch zur Praxisphase gehörte, verbrachten die meisten unseres Jahrgangs bereits in Mosbach. Grund war der AdA-Schein, für den sich fast alle von uns angemeldet hatten. Der AdA-Schein gilt als Ausbildungsbefähigung bzw. als Nachweis, den man erbringen muss, wenn man in (s)einer Firma ausbilden möchte:

Die Ausbildungsbefähigung haben grundsätzlich alle, die auch die AdA-Prüfung bestanden haben.
Die Ausbildungsberechtigung bekommen nur die, die auch eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium vorweisen können […]. Nur wer Ausbildungsbefähigung und Ausbildungsberechtigung hat, ist somit in Deutschland als Ausbilder/Ausbilderin anerkannt.

Für uns ist das eine gute Möglichkeit, da wir durch unsere duale Ausbildung an der DHBW ein abgeschlossenes Studium haben und Praxiserfahrung, ähnlich einer Ausbildung, mitbringen, sodass wir als Ausbilder an sich schon super geeignet wären. 🙂 Der Schein ist eine tolle (und bezahlbare) Zusatzqualifikation; daher entschieden sich die meisten von uns, diese Möglichkeit an der DHBW wahrzunehmen. Man kann ihn zwar auch im späteren Berufsleben noch machen, jedoch ist er dann viel kosten- und zeitintensiver.

Die Vorbereitung

… ging im Prinzip über die gesamte letzte Woche. Wir hatten jeden Tag von 9 bis 15 Uhr „Unterricht“, wo wir alle (rechtlichen) Grundlagen beigebracht bekamen. Dabei haben wir ziemlich viel aufgeschrieben (bei mir waren es insgesamt ca. 20 DIN A4-Seiten), was wir dann mehr oder weniger auswendig lernen durften. Allerdings gibt es zur Unterstützung der armen Studenten noch ein kleines Heftchen, „Ausbildung und Beruf“ (Download als PDF), in dem alle wichtigen Rechtsgrundlagen relativ verständlich aufgelistet sind. Jedenfalls ist dieses Heft vor allem in der Klausur eine große Hilfe gewesen! Ach ja, apropos Prüfungen …

Die Prüfungsleistungen

Um den AdA-Schein zu bekommen, muss man zwei Prüfungsteile bestehen: eine praktische und eine schriftliche Prüfung.

Bei uns bestand die praktische Prüfung entweder aus einer nachgestellten Unterweisung eines Azubis (in unserem Fall ein Kommilitone) bzw. einer Präsentation dieser Unterweisung – da hatten wir die Wahl. Einzige Bedingung: man sollte eine kleine Tätigkeit, die im Rahmen der betrieblichen Ausbildung anfällt, durchgehen. Durchgehen bedeutet hier: die Lehreinheit, die man durchführen möchte, vorbereiten, mit dem Azubi durchführen und dann den Azubi eine ähnliche Aufgabe (um den Transfer zu gewährleisten) selbst machen lassen. Ob das jetzt das einfache Aufsetzen einer WordPress-Installation ist, oder eine kleine Bildretusche mithilfe von Photoshop – da war unserem Einfallsreichtum keine Grenzen gesetzt.
Anschließend an diese praktische Prüfung gab es dann noch ein Fachgespräch, in welchem man beispielsweise seine Methodik begründen musste oder auch generelle Dinge zum Inhalt der letzten Tage abgefragt wurden.
Zum Schluss bekam man dann gleich eine Punktzahl gesagt, die man bei der praktischen Prüfung erreicht hat – bei mir waren das 94/100 Punkten! Ich denke, ich kann zufrieden sein. 🙂

Die schriftliche Prüfung besteht klassischerweise aus einer Klausur, die wir in 60 Minuten schreiben durften. Hier wurde relativ viel dessen abgefragt, was man von den 20 DIN-A4-Seiten auswendig lernen durfte. 😀 Allerdings kam auch eine Interpretationsfrage dran, welche man mithilfe von Paragrafen beantworten durfte. Generell stand aber auch einfach vieles in dem oben erwähnten Heftchen, sprich: die Klausur war machbar. Da warte ich im Moment noch auf die Note bzw. Punktzahl, aber ich bin relativ sicher, dass es nicht total blöd gelaufen ist …

Im Endeffekt erhält man dann eine Urkunde, die bescheinigt, dass man den AdA-Schein hat. Auf einem zweiten Dokument, dem internen Prüfungsformular, stehen dann die Noten drauf – auf der Urkunde selbst aber nicht. Daher kann man im Prinzip keinen „guten“ oder „schlechten“ AdA-Schein machen – hauptsache man hat ihn! 🙂

Falls jetzt noch Fragen zum AdA-Schein bestehen, einfach fragen.

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