Obwohl wir uns als duale Studenten selbst noch in der Ausbildung befinden, können wir uns zum Ausbilder ausbilden lassen, um im Anschluss an unser Studium Auszubildende betreuen zu können.

Das Betreuen – oder genauer: Ausbilden – von Auszubildenden ist nicht selbstverständlich, denn um ausbilden zu dürfen, müssen wir laut Berufsbildungsgesetz (BBiG) persönlich und fachlich geeignet sein. Während die persönliche Eignung zunächst jedem zugesprochen wird, der mit Kindern und Jugendlichen arbeiten darf und keine schweren Verstöße gegen das Berufsbildungsgesetz begangen hat, muss die fachliche Eignung speziell nachgewiesen werden.

Für die fachliche Eignung ist eine abgeschlossene Ausbildung oder ein vollendetes Studium notwendig. Den Abschluss können wir nach drei Jahren Onlinemedien-Studium an der DHBW bald vorweisen. Somit wären wir berechtigt, beispielsweise Auszubildende für Fachinformatik oder Mediengestaltung zu betreuen, da wir uns im Studiengang Onlinemedien viel Wissen in den Bereichen Programmierung und Design aneignen.

Laut der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) müssen außerdem berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse nachgewiesen werden. Diese Kenntnisse werden durch den sogenannten AdA-Schein bestätigt, also die „Ausbildung der Ausbilder“.

In der Woche vor Beginn der 5. Theoriephase gibt es deshalb die Möglichkeit, an der DHBW am AdA-Training teilzunehmen und durch das Bestehen zweier Prüfungen den AdA-Schein zu erwerben.

Innerhalb der AdA-Woche lernt man die Grundlagen der Berufsausbildung und das BBiG kennen. Auch ohne viel Erfahrung mit Gesetzestexten sind die Paragraphen des BBiG gut zu verstehen. Darin geht es beispielsweise um Verträge und Vergütung, sowie die Rechte und Pflichten der Auszubildenden und Unternehmen.

Da Auszubildende oft noch nicht volljährig sind, muss man sich zusätzlich auch mit dem Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) auseinandersetzen. Dort finden sich beispielsweise strengere Regelungen bezüglich der Arbeitszeiten und der Urlaubstage.

Neben den Gesetzestexten werden auch Situationen anschaulich diskutiert und durchgespielt, um die theoretischen Inhalte besser zu verstehen. Dabei werden unter anderem pädagogische Prinzipien und Lerntheorien behandelt.

Am Ende der Woche steht sowohl eine schriftliche als auch eine mündliche Prüfung an. Aber keine Angst! Durch die anschauliche Vermittlung des Lernstoffes in den Tagen zuvor und ein bisschen selbst investierter Zeit zur Wiederholung ist man für den schriftlichen Test gut gewappnet. Bei der mündlichen Prüfung hat man sogar die Wahl: Man entscheidet sich entweder für die praktische Durchführung einer Ausbildungseinheit und spielt diese mit einem Kommilitonen als Azubi durch. Oder man präsentiert ein detailliertes Konzept für eine solche Ausbildungseinheit. Danach stellt der Prüfer ein paar Fragen und schon hat man es geschafft.

Nach dem erfolgreichen Absolvieren beider Prüfungen werden die Ergebnisse an die IHK geschickt und man erhält seine Bescheinigung. Also: Wenn nicht jetzt, wann dann? Der AdA-Kurs an der DHBW ist wirklich zu empfehlen, denn mit der Ausbilder-Bescheinigung in der Tasche dürft ihr offiziell ausbilden, und das freut auch euren Arbeitgeber.

 

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