Jeder von uns fährt zumindest gelegentlich mit dem Auto, ganz gleich ob als Fahrer oder als Beifahrer. Das Auto gehört zu unserem Alltag und ist nicht von unseren Straßen wegzudenken. Im laufenden Jahr 2017 sind zurzeit knapp 46 Millionen PKWs zugelassen – eine immens hohe Anzahl, wenn man bedenkt, dass Deutschland von etwa 82 Millionen Einwohnern bevölkert wird.

Eine hohe Nachfrage an Autos ist quasi gleichbedeutend mit immer steigenden Erwartungen an Neuerungen und Technik-Highlights. Und die Entwicklungen der letzten Jahre in der Automobilbranche wissen zu beeindrucken. Speziell der Hersteller Tesla begeistert die Menschen aufgrund der teil-autonomen Fahrassistenz.

Und hier stellt sich natürlich eine zentrale Frage: Wie wird das Auto der Zukunft aussehen? Sind wir in Zukunft nur noch Passagiere in unseren eigenen Fahrzeugen, lehnen uns zurück, während wir vollautomatisch an’s Ziel chauffiert werden?

Mit genau dieser Thematik haben wir uns im Rahmen der diesjährigen Usability-Challenge auseinandergesetzt, um für uns herauszufinden, wie wir uns das Auto-Cockpit der Zukunft vorstellen.

Wie bereits eingangs erwähnt ist das Thema “autonomes Fahren” dank Tesla in aller Munde. Die deutschen Autobauer entwickeln ebenfalls fleißig und bekommen hierfür zukünftig für autonomes Fahren ausgelegte Teststrecken auf der A81 und der A9. Es wird unvermeidlich sein, dass wir in den kommenden Jahren immer mehr autonome Fahrzeuge auf unseren Straßen sehen werden. Aus diesem Grund ist das autonome Fahren und seine hierfür verwendeten Technologien auch ein zentraler Punkt unseres Konzepts eines Auto-Cockpits der Zukunft.

Alles Display, oder was?

Ein weiterer zentraler Bestandteil sind Displays in allerlei Ausführung. Der Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts gehört mittlerweile bei vielen Modellen zur Standardausstattung. Voll-digitale Instrumentenanzeigen sind speziell in der Oberklasse immer mehr am kommen, die klassische Tacho-Nadel hat bald endgültig ausgedient.

Abbildung: Voll-digitale Instrumentenanzeige (1)

Wir wollen aber noch einen Schritt weitergehen und denken dabei auch an Display-Tasten am Lenkrad, die individuell belegt werden können und beispielsweise auch zum Navigieren (Swipen) durch Menüs geeignet sind.

Spiegel adé

Die klassischen Außenspiegel und den Rückspiegel ersetzen wir ebenfalls durch Displays. Dank Kameras und Sensoren, die für das autonome Fahren rund um das Auto verwendet werden, kein Problem. Das “Rück-Display” behält aus Gründen der Gewohnheit seinen Platz vorn oben in der Mitte des Cockpits. Die Displays, welche die Außenspiegel ersetzen, wandern in’s Innere des Autos, jeweils am linken und rechten Rand des Cockpits. Hierdurch ergibt sich zudem auch ein aerodynamischer Vorteil, da durch die fehlenden Außenspiegel der Luftwiderstand verringert wird.

Die Ansichten der “Spiegel-Displays” können verändert werden. Beispielsweise können verschiedene Zoom-Stufen ausgewählt werden etc. Und wer freut sich nicht über einen Blick in den digitalen Rückspiegel frei von jeglichen Hindernissen wie Passagieren auf den hinteren Plätzen, kleinen Heckscheiben oder anderen Hindernissen, die einem normalerweise gerne mal die Sicht einschränken?

Bedienung in 3D

Ebenfalls eine wichtige Rolle spielt die Steuerung und Bedienung von diversen Fahrzeugfunktionen wie Radio, Lüftung, Navigationssystem usw. An erster stelle sind hier natürlich Sprachbedienung und Gestensteuerung zu nennen. Eine nette Spielerei und Steigerung des ganzen sind Hologramme. Denkbar wäre ein Einsatz dieser Technologie in der Region der Mittelkonsole. Hier könnten Bedienelemente wie beispielsweise Knöpfe eingeblendet werden. Um diese auch während der Fahrt ohne Ablenkung bedienen zu können, kommt Ultraschall zum Einsatz. Hierdurch wird es möglich, dem Anwender eine Berührung vorzutäuschen, obwohl er nur in die Luft greift – virtuelle Objekte werden greif- und spürbar.

Abbildung: Bedienung von Hologrammen in einem Concept-Car der Firma Bosch (2)

Head-Up-Display 2.0

Zusätzlich zu den Hologrammen soll auch das bereits heute eingesetzte Head-Up-Display eine wichtige Rolle spielen. Eine simple Navigation mit Richtungsanzeigen auf der Frontschutzscheibe ist bereits heute möglich. Jedoch kann die Navigation zukünftig noch innovativer und intuitiver werden: Der zu fahrende Weg soll auf der Windschutzscheibe in Echtzeit auf die befahrene Straße „gezeichnet“ werden. Quasi Augmented Reality im Auto. Durch die bekannte Sitzposition des Fahrers und Kameras die die Augen beobachten, sollte dies zukünftig keine Probleme darstellen. So hat der Fahrer jederzeit die Möglichkeit, bereits frühzeitig zu sehen, wohin das Navigationssystem ihn führen will. Komplizierte Spurwechsel gehören damit beispielsweise der Vergangenheit an.

Abbildung: Fortschrittlicher Head-Up-Display-Ansatz mit Augmented Reality (3)

Fazit

Welche Neuerungen und technologischen Highlights uns in Zukunft tatsächlich erwarten werden, bleibt abzuwarten. Aber wie auch immer sich die Autos in den nächsten Jahren weiterentwickeln werden, eines ist sicher: langweilig wird es nicht. Das autonome Fahren vermittelt schon heute ein Gefühl der Zukunft und spätestens wenn neben Tesla auch andere große Hersteller autonome Fahrzeuge auf den Markt bringen, werden wir nach und nach immer mehr zu Beifahrern in unseren eigenen Autos werden.

 

Lesetipp: Hier (http://hci-siegen.de/portfolio/comemo/?lang=de)  ist eines der Gewinner-Konzepte zu finden. Nur so viel: völlig anderer Denkansatz und sehr emotional 😉

 

Bildquellen:

(1) http://www.autoguide.com/blog/wp-content/uploads/2016/04/A1511730_medium-768×549.jpg

(2) https://s3-eu-west-1.amazonaws.com/ultrahaptics/wp-content/uploads/2017/01/Bosch-with-Ultrahaptics-Technology.jpg

(3) http://cdn.bmwblog.com/wp-content/uploads/head-up-display-augumented-reality-06-655×436.jpg

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