Dass Computer, Smartphones oder auch Smart-TVs gehackt werden können ist nichts
Neues. Wie schaut es jedoch bei Autos aus?

Datenerhebung in Fahrzeugen

Autonom fahrende Autos nehmen eine Schlüsselrolle in der Zukunft der Mobilität ein,
doch auch heutzutage sind Autos schon rollende Computer. Bis zu 80 datenerhebende
Geräte arbeiten mittlerweile in einem modernen Auto, von denen viele bereits auch über
einen Internetzugang verfügen. Die Datenerhebung war ursprünglich zur Diagnose in
Werkstätten gedacht, mittlerweile verbauen jedoch auch KFZ-Versicherungen
sogenannte „Telematik-Boxen“, welche zahlreiche Daten erheben und an die
Versicherung übermitteln. Neben der Box kann auch ein entsprechendes Gerät an die
OBD-Schnittstelle (OBD = On-Board-Diagnose; Fahrzeugdiagnosesystem)
angeschlossen werden. Diese Systeme übermitteln Daten wie das Bremsverhalten, die
Geschwindigkeit oder die Position des Autos, sodass das Fahrverhalten beurteilt und
der Versicherungsbeitrag dynamisch angepasst werden kann.
Nachträglich installierte Smart-Dongles ermöglichen auch in älteren Fahrzeugen eine
Datenübertragung per WLAN oder SIM-Card, womit sich beispielsweise ein
elektronisches Fahrtenbuch führen lässt. Der Schutz von außen ist bei Dongles häufig
sehr mangelhaft, manche besitzen sogar sind nicht einmal einen Passwortschutz.

Erhebliche Sicherheitslücken mit lebensgefährlichen Auswirkungen

Dass all diese neuen Technologien potentielle Gefahren mit sich bringen, sollte klar
sein. Ein Hackerangriff auf ein Smartphone oder einen Computer ist für den Betroffenen
oft sehr ärgerlich und kann auch wirtschaftliche Folgen haben. Ein Hackerangriff auf ein
Fahrzeug kann jedoch auch lebensbedrohliche Auswirkung haben, wenn beispielsweise
Fahrassistenzsysteme beeinflusst werden.
Große Cyberattacken auf Fahrzeuge sind bislang nicht bekannt. Fakt ist aber, dass es
bereits im Jahr 2015 zwei amerikanischen Sicherheitsexperten gelungen ist, sich in das
Infotainmentsystem eines fahrenden Jeep Cherokee einzuhacken. Sie nutzten dafür die
Internetverbindung des Fahrzeugs und schleusten so einen Virus ein, mit dem sie auf
die Steuerung des Radios, der Klimaanlage, der Geschwindigkeit oder auch die
Bremsen zugreifen konnten. Der Hersteller benötigte acht Monate um die
Sicherheitslücke zu beheben – betroffen waren 1,4 Millionen Fahrzeuge. Dem Hack
gingen aber auch mehrere Monate Programmierarbeit voraus.
Fahrzeuge der Marke BMW konnten lange Zeit mit verhältnismäßig einfachen Mitteln
über das Mobilfunknetz entriegelt werden. Betroffen waren hier mehr als 2,2 Millionen
Autos, die mit dem Vernetzungssystem „ConnectedDrive“ ausgestattet waren und ab
März 2010 ausgeliefert wurden. Grund hierfür war eine Sicherheitslücke, auf die der
ADAC zufällig gestoßen ist.

Ausblick

Ob es solche Sicherheitslücken auch bei anderen Herstellern gibt ist völlig unklar.
Dennoch steht die Automobilindustrie in der Pflicht sichere Systeme zu entwickeln und
vor allem eine IT-Architektur zu schaffen, die es heutigen Autos ermöglicht, auch noch in
10 oder 20 Jahren sicherheitstechnisch optimal geschützt zu sein. Durch die immer
stärkere Vernetzung steigen auch die Möglichkeiten für kriminelle Aktivitäten, da neue
Systeme auch neue Sicherheitslücken mit sich bringen.

Quellen:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/allianz-warnt-vor-hackerangriffen-aufautos-
15251834.html

http://www.handelsblatt.com/auto/test-technik/heikle-datenstroeme-im-fahrzeug-84-
prozent-fuerchten- hacker-angriffe-im-auto/9547924-2.html

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/wikileaks-enthuellungen-ist-einhackerangriff-auf-
ein-auto-moeglich-14916347.html

https://blog.lapid.de/der-richtige-fahrstil-machts-telematik-tarife-von-versicherungen
http://www.focus.de/digital/computer/auto-hacker-angriff-auf-auto-hersteller-luecke-nurbei-us-
jeep_id_4832650.html

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